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Der Weg von den »Freien Deutschen Turnern« zum Judo


Im Bild aus dem Jahre 1953 die ersten Judoka gemeinsam mit den Gewichthebern. Links neben dem damaligen Vorsitzenden Adolf Müller, der Gründer der Judo-Abteilung, Hermann Wimmer. Damals schon mit dabei Ludwig Bryll (hinten, 3. v. links), der bis 2002 die Abteilung leitete und bis heute immer noch als Jugendtrainer aktiv dabei ist.


KSV Moers: Über 100 Jahre Kampfsport-Tradition

Seit 55 Jahren ist der Kraftsportverein Moers eine feste Größe im Budogeschehen am Niederrhein. Die zentrale Sportart war über die ganzen Jahre das Judo, zu dem sich heute Aikido, Kempo und Ju-Jutsu neben weiteren nicht budospezifischen Disziplinen gesellen. Die Kontinuität in der Vereinsarbeit brachte auch immer wieder, insbesondere aus dem eigenen Jugendbereich, hervorragende Sportler hervor.

Als der Verein 1899 gegründet wurde, kannten die meisten Deutschen noch nicht einmal die Namen von Budosportarten, die erst später in Deutschland Fuß fassten. Im Geiste der damaligen Zeit "fanden sich 15 Moerser Jungens unter der Führung der Kaufmannssohnes Gerhard Lechner zusammen" und initiierten den Turnverein "Frisch-Auf" Moers. Frei von Politik sollte der Verein sein, und deshalb schloss man sich der Freien Deutschen Turnerschaft an. Heute kaum mehr vorstellbar, der Verein stellte eine Theatergruppe auf, die durch ihre Vorstellungen die Vereinskasse aufbesserte, um Sportgeräte zu finanzieren.
Nach einigen Jahren hatte der Verein bereits die ersten Kraftsportler in seinen Reihen, die sich erfolgreich mit dem Ringen und Gewichtheben beschäftigten. Im ersten Weltkrieg wurde der Sportbetrieb stillgelegt, da man in diesen Jahren Wichtigeres zu tun hatte.
In den 30er Jahren ließ dann der Turnbetrieb nach und man widmete sich immer mehr dem Kraftsport: "Tüchtige Ringer, Kunstkraftsportler und Gewichtheber fanden sich ein." Der Verein erhielt einen neuen Namen: Kraftsportverein "Frisch-Auf" Moers. Auch der Zweite Weltkrieg brachte für die Sportvereine in Deutschland nichts Gutes. So begannen die Sportler, die den Krieg überlebt hatten, ihren KSV wiederzubeleben.
In den 50er Jahren hatte der KSV einen Universal-Athleten in seinen Reihen, der es zu drei deutschen Meistertiteln und vielen deutschen Rekorden im Gewichtheben brachte.
Oft ist das Ende einer Sache der Anfang für etwas Neues. Als sich die Ringermannschaft 1952 auflöste, blieben die kampfsportinteressierten Mitglieder des Kraftsportvereins ohne Betätigungsfeld. So wandte man sich einer in dieser Zeit exotischen und spannenden Sportart zu und gründete eine Judo-Abteilung. Das damalige Training war eine Mischung aus Judo und Jiu-Jitsu, das zuerst auf den ausgedienten, mit Seegras gefüllten Ringermatten stattfand.
Die Vorstellung, eine Selbstverteidigungstechnik erlernen zu können, mit der - wie man glaubte - jeden durch ein paar Tricks aufs Kreuz legen kann, lockte viele neue Mitglieder an. Zusätzlich bot sich noch die Möglichkeit an sportlichen Kämpfen teilzunehmen.
Mitte der 60er Jahre kamen immer mehr Jugendliche in den Verein, so dass eigenständige Jugendgruppen entstanden. Die intensive Jugendarbeit zeigte dann auch sportliche Erfolge. Aus einer großen Schar guter Kämpfer qualifizierten bis hin zu den Deutschen Meisterschaften. Als die Jugendkämpfer in das Seniorenlager wechselten, tat sich die Möglichkeit auf, mit  benachbarten Vereinen aus Duisburg, eine Kampfgemeinschaft zu bilden, die dann den Aufstieg von der Bezirksklasse bis in die Judo-Oberliga schaffte. In den späteren Jahren war der KSV mit einem eigenen Team in der Landesliga vertreten. 

Auch als Veranstalter von Wettkämpfen haben sich die Judoka des KSV einen Namen gemacht. Nicht zuletzt, um zu Beginn der Bergbaukrise die Solidarität mit den heimischen Bergleuten zu bekunden, wurde das "Glück-Auf-Turnier" ins Leben gerufen, an dem in mehr als 10 Jahren an jedem Turnier 200...300 Kämpfer teilnahmen.